Projektbeginn und Entwicklung:
Das Modellprojekt „der Jobpate“ startete im Herbst 2004 an der Hans-Adlhoch-Volksschule in Augsburg Pfersee mit drei ehrenamtlichen Jobpaten. Im Herbst 2009 beteiligen sich sechs weitere Hauptschulen an dem Projekt, das ausgesprochen erfolgreich ist durch das große Engagement von inzwischen sechzehn erfahrenen Jobpaten, die unterschiedlich viel Zeit investieren können und wollen.
Profil des Jobpaten:
Jobpaten sind oder waren während ihres
... Berufslebens im Bereich der Ausbildung von Jugendlichen oder im Personalwesen tätig. Sie können deshalb mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen um Berufe, Bewerbung und Ausbildung „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten und mit ihren noch bestehenden Kontakten zwischen Betrieben, Schülern, Lehrern und Eltern vermitteln.
Projektablauf:
Die am Projekt teilnehmenden Hauptschulen werden von jeweils zwei bis drei Paten/innen in den 8.und 9. Klassen betreut. Grundlage hierfür sind von den Jobpaten erarbeitete Aktionspläne und Arbeitsblätter.
Jeweils im Spätherbst beginnen die Jobpaten mit der Arbeit in den achten Klassen, i.d.R. mit einem Elternabend und einem Projekttag, an dem sie sich und das Projekt vorstellen. Im Anschluss daran werden im Klassenverband die ersten Praktika vor- und nachbereitet, wird Hilfestellung bei der Praktikumssuche gegeben und zu einer realistischen Berufsfindung (auch im Hinblick auf die schulischen Leistungen und die eigenen Fähigkeiten) ermuntert. Die Jobpaten stellen Berufe vor, üben das Telefonieren mit Betrieben, helfen beim Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen, üben Vorstellungsgespräche in Form von Rollenspielen und informieren über wichtige Bewerbungstermine im Öffentlichen Dienst (Bahn, Stadt, Stadtwerke…). Sie nennen aber auch Alternativen zur Lehrstelle wie z.B. weiterführende Schulen, M-Zweig, EQJR, andere Maßnahmen und Träger.
In den neunten Klassen wird in Einzelgesprächen/Kleingruppen die Lehrstellensuche intensiviert, die letzten Praktika darauf abgestimmt und in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern, den Klassenleitern und der Schulsozialarbeit darauf hingearbeitet, möglichst für alle Schulabgänger eine berufliche Perspektive zu finden.
Schulungsveranstaltungen durch die Jobpaten finden in Absprache mit den Klassenlehrern verpflichtend während des Unterrichts statt, Beratungsangebote werden außerhalb des Unterrichts auf freiwilliger Basis durchgeführt.
Ein Großteil der Schüler/innen nutzt regelmäßig das Angebot der Jobpaten, in Kleingruppen oder Einzelgesprächen beraten zu werden, und es findet daneben oft eine weitergehende Betreuung über E-Mail- oder Telefonkontakt im privaten Bereich statt.
Koordinationsstelle:
Im Dezember 2007 wurde eine Koordinationsstelle für das Jobpatenprojekt eingerichtet, um die Vernetzung mit den Kooperationspartnern voranzubringen und zur Akquise zusätzlicher Jobpaten und Schulen, um eine möglichst flächendeckende Betreuung der Hauptschüler in der Stadt Augsburg auf dem Weg zu einer Lehrstelle sicherzustellen. Weitere Aufgaben sind die individuelle, persönliche Betreuung und Beratung der Freiwilligen, deren Schulung sowie verwaltungstechnische Aufgaben und Öffentlichkeitsarbeit.
Arbeitsaufwand und Erfolge:
Jeder Jobpate betreut mindestens an einer Hauptschule eine achte und eine neunte Klasse bei einer Klassenstärke von 17-20 Schüler/innen. Die Hälfte der Ehrenamtlichen ist aber gleichzeitig an zwei bis drei Schulen tätig. Übergreifend helfen alle Jobpaten bei Großveranstaltungen wie Projekttagen auch an den anderen Schulen aus oder springen bei Krankheit eines Kollegen ein.
Ein Jobpate, der an mehreren Schulen arbeitet, kam im Schuljahr 2008/2009 schnell auf ca. 60 Schultermine a 90 Minuten, auf 40 Stunden Vorbereitung sowie 25 Stunden E-Mail- und Telefonkontakte. Hinzu kommen Pressetermine, Elternabende und regelmäßige Besprechungstermine mit dem Stadtjugendring.
Die Jobpaten des SJR waren insgesamt im letzten Schuljahr mehr als 1200 Stunden im Einsatz, betreuten dabei ca. 300 Schüler/innen an sieben Augsburger Hauptschulen.
Die Vermittlungsquote lag bei den Ganztagsklassen bei 100%, sonst sind je 75% der betreuten Jugendlichen in Lehrstellen, in Maßnahmen oder weiterführende Schulen untergekommen, der Rest wiederholt das neunte Schuljahr.